Archiv für Juni, 2010

Neue Erfahrung!

Veröffentlicht: 20. Juni 2010 in Joppy on tour, Nice!
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Frau S. und ich waren mal wieder in Hamburg. Dieses mal aber mit einer bedeutenden Änderung: Wir hatten eine schwerbehinderte Person, nennen wir sie „Fräulein J“ dabei. Das war neu für mich, da ich sie noch nicht richtig kannte und auch nicht wusste, in welchen Situationen sie wie reagiert und wie ich ihr begegnen sollte.

Aber ich habe in diesen drei Tagen viel gelernt und viel beobachtet. Ich hatte keine Schwierigkeiten mit Fräulein J und vor allem habe ich durchweg positive Erfahrungen mit fremden Menschen gemacht. Es wurde sehr viel Rücksicht und Hilfsbereitschaft gezeigt, z.B. war von ca. 20 Taxifahrern nur einer dabei, der nicht beim Anschnallen behilflich war oder gar den Sitz etwas zurück gestellt hatte. Oder im Restaurant, die Kellner waren zum Großteil sehr, sehr hilfsbereit.

Ja, und ich habe für mich gelernt, dass es sehr erfüllend sein kann, wenn nach einem anstrengenden Tag eine kleine Geste wie ein herzliches Lachen zurückkommt. Körperlich war es aber relativ entspannt: Wir haben eine Hafenrundfahrt und eine Standrundfahrt mitgemacht und auch das Musical „König der Löwen“ besucht – also viel sitzen, wenig laufen. Anstrengend war es aber mental, wenn man nicht nur auf sich achten muss und vieles als „normal“ oder „ungefährlich“ registriert, sondern eben auch auf eine andere Person achten und für sie mit aufpassen muss, Stufe hier, Treppe da oder man nicht einfach mal eben auf Toilette gehen kann, da man die Person nicht alleine sitzen lassen kann. Basics eben, für uns „normal“ für manche Menschen ein schwieriges Hindernis im Alltag. Meine Wahrnehmung hat sich in diesen drei Tagen extrem Verschärft, weshalb ich schonmal Abends um 21 Uhr einfach froh war, im Hotel zu sein und ins Bett liegen zu dürfen.

Gerade durch diese neue Erfahrung war ich trotz aller Erschöpfung froh und auf eine gewisse Weise auch erfüllt und zufrieden. Und ich bin stolz auf Frau S. die damit tagtäglich konfrontiert wird und sich dem Job mit Leidenschaft hingibt. Und ich kann auch so richtig nachvollziehen, wenn sie Abends um 21 Uhr auch mal geschafft nach Hause kommt, einfach nur noch Duschen und dann nichts mehr machen möchte.

Und zwischendurch hat Fräulein J auch den noch Patrick kennengelernt und er wiederum hat J zu höchsten Freudeausbrüchen gebracht. Fräulein J redete noch Stunden später von dem hübschen, netten und lieben Patrick und dass sie jetzt einen neuen Freund in Hamburg hat. Aber ich muss auch sagen, der P konnte auch verdammt gut mit J umgehen. Es war zwar leider nicht viel Zeit, die wir mit P verbringen konnten, dafür war sie aber wieder einmal sehr schön. Das Fussballspiel Deutschland vs Serbien haben wir zusammen gesehen (über den Verlauf und den Ausgang möchte ich mich aus nervenschonenden Gründen nicht weiter äußern) und uns abends noch auf ein gemütliches Getränk getroffen. Und Patrick kam extra am Sonntag noch einmal zum Flughafen um uns und vor allem Fräulein J Tschüss zu sagen. Wie lieb von ihm, hat uns sehr gefreut! Auf ein baldiges Wiedersehen! 🙂

So, und nun noch ein paar andere, persönliche Eindrücke von Hamburg in Bildern.

WM ist überall: Die Deutschland (bekannt aus der Serie Traumschiff) in der Werft...

... Deutschland an der Fähre...

... und Deutschland an den Verladekränen. 🙂

Aber nicht nur Deutschland, auch Russland ist in Form eines alten, ausgedienten Atom-U-Bootes vertreten.

Oder auch dieser Frachter aus dem südasiatischen Raum. Lang wie 3 Fussballfelder, 8 Container können übereinander gestapelt werden, auf einer Breite von irgendwas um die 70 Meter.

Und wie bereits erwähnt, hier waren wir auch:

Dieses Musical ist einfach Wahnsinn. Von den Kostümen und vom Bühnenbild her würde ich es irgendwo auf einer Stufe mit Starlight-Express einstufen. Die Story ist zwar bekannt, dennoch ist dieses Stück einfach nur mitreißend und begeisternd. 4 Vorhänge nach der Vorstellung und Standing Ovations, Gänsehaut pur. Die Aufwendigkeit/Aufwändigkeit erklärt auch fast schon die teuren Preise. Dennoch würde ich jedem, der die Chance hat, das zu sehen, es nur empfehlen.

Alles in allem war es also ein sehr gelungenes Hamburgwochenende. Es ist und bleibt einfach eine Perle… an der Elbe.

Eine etwas andere Liveübertragung

Veröffentlicht: 17. Juni 2010 in Nice!
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Mal etwas anderes als Fussball.

Hier könnt ihr Turmfalken beim flügge werden im Brutkasten zusehen. Ich finde, es lohnt sich, da mal reinzuschauen. 🙂

Bei Hoshi gefunden.

Hopp Schwiiz!

Veröffentlicht: 16. Juni 2010 in South Africa 2010
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Schweiz schlägt den haushohen WM-Favoriten Spanien. Das ist soo geil, ich kanns noch immer kaum glauben. 🙂

Was für ein Ding. Schade dass es nicht das Finale war. 🙂

Tröööt!

Veröffentlicht: 15. Juni 2010 in ... doof!, South Africa 2010
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Zu meinem vorigen Artikel, in dem ich um Verständnis für uns Fussballfans bat, muss ich hinzufügen:

Ich distanziere mich ausdrücklich von diesen elend nervigen Vuvuzela-Tröten!

Ich entschuldige mich für die „Fans“, die dieses Getröte und den Trommelfellmassenmord einem anständigen Fangesang vorziehen. Das hat mit Fankultur, wie wir sie hierzulande kennen, nichts mehr zu tun.

Hallo liebe Fussballfans und Nicht-Fussballfans,

jetzt fängt sie an, die Fussball-Weltmeisterschaft in Südafrika. Endlich hat die fussballlose Zeit ein Ende. Die nächsten Wochen irren samstags keine Männer mehr verloren durch die Stadt, weil sie nicht wissen, was sie mit sich anfangen sollen. Und die Wirte können aufatmen, die Zeit des Umsatzrückgangs ist vorüber.

Den Fussballfans und -sympathisanten wünsche ich eine geile Zeit. Heben wir unsere Gläser darauf, dass wir möglichst viel gute Gründe zum Feiern finden mögen. Egal für wen ihr auch immer seid. Cheers!

Die Nicht-Fussballfans möchte ich um Gnade bitten. Seht es uns nach, wenn wir euch an dem ein oder anderen Spieltag auf den Geist gehen. Sei es auch betrunken, in Fahnen, Trikots und Schals gewickelt, singend oder Schlaaand! Schland! rufend. Vielen Dank!

In diesem Sinne

What the fuck?!

Veröffentlicht: 2. Juni 2010 in ... doof!, ... und ich so: hä?
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‚Steigen Sie auf öffentliche Verkehrsmittel um‘ – das wird seit Jahren gewünscht und gefordert. Das ist aber gar nicht immer so einfach wie es sich darstellt.

Letzte Woche stand ich an einer Haltestelle, an der nur ein Haltestellenschild mit Fahrplan steht, aber weder ein Wartehäuschen noch ne Haltebucht vorhanden ist. Also stehe ich direkt am Straßenrand am Haltestellenschild. Dann kam der Bus, der Fahrer schaute mich fragend und gestikulierend an und wollte wieder durchstarten. Ich riss den Arm hoch – Vollbremsung, Türe auf – und stieg ein.

Fahrer: „Ich wusste nicht, dass sie mitwollen, sie standen nicht an der Haltestelle.“
Ich: „Natürlich, ich stand am Schild.“
Fahrer: „Welches Schild? Die Leute stehen sonst immer hier.“ (10 m weiter)
Ich: „Ah ja.“

Und heute? Dieselbe Haltestelle, gleiche Zeit, gleiche Linie. Ich stehe an der Haltestelle, zwischen dem Schild und da, wo sonst ‚die Leute stehen‘. (Alle Optionen offen lassen, so war der Plan)

Bus kommt, fährt langsam an mir vorbei, ich hebe wieder den Arm, der Busfahrer (ein anderer als letztes Mal) schaut mich an, winkt zurück und fährt weiter…

Gibt’s das denn? Wohl schon.